Am Anfang war das Wort


Dengue-Fieber, Indonesier und Jassen

08.06.2015 - Oder davon, was Weltkirche sein auch heisst...einige kleine Erzählungen.

Seit 10 Monaten bin ich nun schon im Vietnam und da ist mir schon so einiges zugestossen. Manchmal musste ich mich vor den Kommunisten verstecken (kein Witz), einmal bin ich am Dengue-Fieber erkrankt, habe innerhalb weniger Tage 6-7 Kilo verloren und musste ins Spital, viele Male habe ich schon allerlei komische Dinge gegessen und getrunken...

Das Abenteuerlichste war wahrscheinlich aber, als ich im März an dem Ablaufsdatum meines Vietnamvisums kurzerhand nach Kambodscha fahren musste. Ich hatte es irgendwie verschlafen und so blieb mir nichts übrig, als einfach in den Bus nach Phnom Penh (Hauptstadt von Cambodja) zu steigen und dann bei der Ankunft irgendwo ein neues Vietnamvisum zu kaufen. Auf der Reise, bei der Mittagspause, habe ich vor dem Essen ein Gebet gesprochen. Eine Mitreisende des Buses war eine indonesische freikirchliche Missionarin, welche seit einem Jahr in Saigon tätig ist. Da sie sah, wie ich betete, setzte sie sich zu mir und wir begannen über Gott und die Welt zu sprechen. Sie sagte mir dann, dass sie auch ihr Vietnamvisum erneuern müsse, sie viele Indonesische Freunde in Phnom Penh hätte und ich doch einfach mit ihr mitgehen solle. Gesagt, getan. Zum Abendessen gabs eine unglaublich leckere indonesische Spezialität...geschlafen habe ich bei einer indonesischen Familien, im gleichen Bett mit einem 20jährigen (er hat das Foto unten gemacht und ist deshalb nicht auf dem Bild). Zum Glück sind die Betten in Kambodscha immer sehr breit ;-).

Vor kurzem ist mir etwas Weiteres passiert, wo ich einfach Gott danken konnte, dass er so verschiedene Menschen durch Jesus eint. Ich habe, mitten im Vietnam einen Jass geklopft (für alle Nichtschweizer: Das Jassen ist das Kartenspiel Nr. 1 der CH). Unglaublich nicht, vor allem wenn man bedenkt, dass es zwei Franzosen waren, die mit mir spielten. Wie es dazu kam? Ganz einfach: die Franzosen sind gerade unterwegs in Asien, sie machen eine Reise auf den Spuren der asiatischen Heiligen. Bevor sie in den Vietnam kamen, waren sie in den Hochebenen Chinas - in der Nähe von Tibet - wo sie einen schweizer Missionar trafen. Dieser hatte ihnen dann das Jassen beigebracht und die zwei Franzosen waren so begeistert, dass sie es gleich wieder mit mir spielen wollten. Ich freute mich extrem und lobte Jesus für dieses kleine Augenzwinkern des Hl. Geistes.

Kommentare