Am Anfang war das Wort


Die erste Halbzeit ist vorbei

28.03.2014 - Wie läuft es mit der Fastenzeit? Es ist jetzt ziemlich genau „Halbzeit“. Ohne Halbzeitspause, aber mit regelmässigen Verschnaufspausen an den Sonntagen...

Falls einiges noch nicht so lief, bleibt Zeit: Dank der recht langen Dauer der Fastenzeit können wir über längere Zeit einüben, dass uns die gewählten Fastenvorhaben immer besser gelingen. Mir scheint diese Zeitdauer klug gewählt von der Kirche.

Wohl fast niemand fastet so richtig gern. Es ist gegen unsere spontanen Impulse und Gelüste. Es braucht ein wenig Überwindung und ist ein dauerndes Einüben. Der Heilige Benedikt hat in seiner Mönchsregel ein Kapitel übers Fasten geschrieben, wo er die Fastenzeit aber als „heilige Tage“ bezeichnet. Er verspricht uns also einen „Gewinn“ unserer Mühen.

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Römerbrief 14,17). Wenn wir fasten und uns etwas zurücknehmen, können wir Masslosigkeiten wieder einrenken. Es hilft uns, allen Dingen die richtige Priorität zu geben, und wir können freier werden für Gott, der das höchste Gut ist. Vielleicht einfach schon weil wir weniger Ablenkungen und mehr Zeit zum Gebet haben. Ausserdem wird in der Bibel das Fasten oft mit Gebet verbunden genannt – fasten fördert und verstärkt unser Gebet.

Ausser Verzicht auf Schokolade und Süssigkeiten sind ja auch andere Dinge möglich:
- etwas mehr beten
- einen Psalm auswendig lernen: z.B. Psalm 1, Psalm 23, …
- eine kranke oder einsame Person besuchen
- sich mit jemandem versöhnen oder eine Abneigung gegen eine Person überwinden
- Tätigkeiten reduzieren, mit denen ich viel Zeit „vertrödle“

Der Heilige Benedikt schreibt noch einen schönen „Fastentipp“: „erwarte das heilige Osterfest in der Freude und Sehnsucht des Geistes“. Starten wir gut in die zweite Halbzeit!

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