Am Anfang war das Wort


Himlish

10.01.2016 - Schnaps? Schon wieder Alkohol? Warum müssen denn diese Typen immer was mit Alkohol machen? Ja eine gute Frage. Und ja wir müssen :-) Alkohol was ist das überhaupt?

Bier, Wein oder sonst gebrannte Wasser: Überall ist es vorhanden. Ethanol, so nennt sich der reine Alkohol, ist eine farblose, brennend schmeckende Flüssigkeit die jedem alkoholischem Getränk zugrunde liegt. Schon seit Menschengedenken wird Alkohol als Nahrungs-, Heil-, Genuss oder Rauschmittel verwendet. Unsere Gesellschaft kann ein Leben ohne Alkohol irgendwie schon gar nicht richtig vorstellen. Fast bei jedem gesellschaftlichem Anlass ist Alkohol dabei, im Büro stehen stets ein paar Sektgläser bereit, auf Hochzeiten, Geburtstagen, überall wird angestossen und eine Gartenparty oder ein WG-Einweihungsfest ohne ein kühles Bier in der Hand ist doch irgendwie auch nicht ganz so feierlich. Ganz zu schweigen vom ganzen Alkohol der im Ausgang getrunken oder vertrunken wird. Hier wird er verabscheut, und da gehört er zur Kultur. Dort hat er etwas Symbolisches und da wird er als letzte Möglichkeit genutzt. Ja Gut. Wir könnten uns jetzt noch lange über den Alkohol unterhalten, doch kommen wir nun zum wirklichen Beitrag.

Ich war einmal bei einer Messe, ja so gelegentlich gehe ich da hin, da wurde nach dem Schlusslied Weihwasser gesegnet. Ich kenne das einfach so zum Beispiel von einer Taufe oder vom Palmsonntag. Da wird die Schüssel Wasser vom Priester mit ein wenig Salz gesegnet und danach über das Kind oder die Plamen gesprengt. Doch was ich da in dieser Messe antraf, hatte ich mir wirklich nicht vorstellen können. Da brachten ein paar ältere Damen statt einer Flasche Wasser gleich drei oder vier Flaschen nach vorne. Einige hatten sogar ganze Harassen voll mit Wasserflaschen vor den Altar gebracht. Für mich unvorstellbar. Für was um alles in der Welt brauchen die jetzt so viel Weihwasser? Für den Priester schien dies jedoch völlig normal zu sein. Er nahm sein Büchlein und segnete an diesem Tag sicher ein paar Hundert Liter Wasser. Und da fing ich einmal an zu überlegen. Weihwasser, was genau ist das überhaupt? Das muss ja doch ziemlich wichtig oder wertvoll sein, wenn da diese Leute eine solche Menge davon haben möchten. Ich kenne das nur von Zuhause oder aus der Kirche, unsere Eltern haben uns immer das Kreuzzeichen mit Weihwasser auf die Stirn gezeichnet bevor wir in die Schule gingen oder sonst wohin, und auch heute erinnern sie uns immer wieder daran uns mit Weihwasser zu bekreuzigen bevor wir hinausgehen. Gleich neben der Tür hängt da dieses Becken. Woher haben denn wir unser Weihwasser?. „Ah s‘ Grossmueti bringt uns immer eine Flasche mit wenn sie sieht, dass wir keines mehr haben“ antwortete meine Mutter auf die Frage. Ja und dann war auch Klar weshalb diese Damen so viele Flaschen segnen liessen, um sie anschliessend an verschiedenste Leute verteilen zu können.

Weihwasser, wir alle kennen das aus der Kirche. Schon fast automatisch bekreuzen wir uns damit beim Ein- und Ausgehen. Man segnet damit Häuser, Vieh, Kerzen, Kräuter und vieles mehr. Es ist also schon ein etwas älterer Brauch, das mit diesem Weihwasser. Und wenn das die Kirche immer noch so benutzt, dann muss da doch ein tieferen Hintergrund vorhanden sein. Doch wissen wir welchen? Wenn man sich darüber informiert stösst man immer wieder darauf, dass nach der Segnung mit geweihtem Wasser vielen Menschen Heil oder Heilung an Leib und Seele geschenkt wurde. Oder Häuser, Felder und Gegenstände vor Unheil geschützt wurden. Auch heute noch stecken viele Bauern Palmzweige in ihre Felder oder hängen diese beim Eingang zum Hof auf. Spritzen ein paar Tropfen Weihwasser über die Kühe beim Verlassen der Scheune am Abend, und das alleine aus einem Grund; um den Segen Gottes herabzuflehen.

Das geweihte Wasser erinnert uns an unsere Taufe, und somit an einen Sieg des Lichtes über die Mächte der Finsternis. Wie die Taufe mit dem Wasser eine Heilung der Seele von innen her bewirkt, so können auch Segnungen mit dem Wasser Menschen, Tiere, Gegenstände und selbst ganze Gebiete vom Bösen oder Schlechtem befreit werden. Also hat das Weihwasser noch heute eine unglaubliche Heil- und Segnungskraft, und so kam ich dann auf folgende Idee. Auch ich gönne mir ab und zu einen kleinen Schnaps, so zum Beispiel vor dem Einschlafen oder wenn ich erkältet bin. Doch würde da nun nicht auch ein kleiner Schluck Weihwasser gehen? Oder sogar besser passen? Aber einfach so ein Schluck aus einer Weihwasserflasche zu trinken hat irgendwie einfach kein Stil. Das geht schon ein wenig cooler. Und so entstand der erste Himlish-Schnaps. So können wir die Frage vom Anfang nochmals in den Raum werfen: Müssen denn diese Typen immer was mit Alkohol machen? Nein. Müssen die nicht immer.

Ihr könnt Himlish-Schnaps auch sehr gut selber herstellen; Ihr braucht dazu nur eine Flasche, eine Etikette, welche ihr hier herunterladen könnt, und einen Priester der euch das Wasser segnet. Und schon könnt ihr einmal mit einem Himlish anstossen. Dazu gibt es aber eine Gebrauchsanweisung. Laut Pfr. Alfons Maria Weigl beruht der Gebrauch von Weihwasser auf zwei folgende Punkte;
1. Im Weihegebet der Kirche. Die Kirche erfleht die reinigende und schützende, die heilende und heiligende Kraft des Weihwassers durch ein besonderes Beschwörungs- und Bittgebet und stellt sie symbolisch dar durch die Vermischung von geweihtem Salz und dem zu weihenden Wasser. Diese Vermischung geschieht im Namen der drei göttlichen Personen mit einem heiligen Kreuzzeichen. Dadurch wird angeordnet, dass alle reinigende und heiligende Kraft sowie die gewünschten besonderen Wirkungen des geweihten Wassers vom Dreieinigen erwartet werden und zwar durch die Verdienste des gekreuzigten Heilands, dessen Zeichen, das Kreuz, die Kirche so oft gebraucht. Ja, Herr, Du selbst bist es, der Du in Deiner heiligen Kirche gnadenvoll wirksam bist; Du, der Allmächtige und Barmherzige; Du der Erbarmende und Gütige.

2. Die Wirkung des Weihwassers liegt aber auch im Glauben und Vertrauen jedes einzelnen Christen begründet; denn jedes Sakramentale wirkt auf Grund der Seelenverfassung des Spenders und Empfängers (ex opere operantis). Von entscheidender Wichtigkeit sind darum der Glaube des Empfängers. Hier gilt, was der Heiland sagt: ,Wie du geglaubt hast, bist du geheilt.' Es kommt also auf unser Dazutun sehr viel an.

Prost :-)

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