Am Anfang war das Wort


Wie damals...

01.01.2016 - Leise rieselt der Schnee vom Himmel, die Tannen und Bäumen sind voller Lichter, die sich durch den weißen schönen Schnee erweitern und präsentieren. Kinder, die mit Handschuhen und Kappen fröhlich ihre Schlitten hinter sich herziehen, andere die sich mit Schneebällen hinterherjagen...

... und hier und da kann man wieder einen kreativen Schneemann bewundern. Und aus der Kirche kann man leise – Stille Nacht, heilige Nacht - hören. Genau so stellen wir uns doch alle Weihnachten vor. Man sitzt gemütlich zu Hause mit seiner Familie im Warmen, während draußen der Schnee vom Himmel fällt. So richtig kuschelig, gemütlich und warm. Doch irgendwie war das dieses Jahr anders? Irgendetwas fehlte. Genau der Schnee. Und ist es nicht Er, der Weihnachten diese besondere Stimmung gibt? Aber dafür schien ja die Sonne vom Morgen bis am Abend wunderschön und hell. Das macht die ganze Sache irgendwie anders. Aber trotzdem war es wunderschön. Anders, aber schön. Ja gut, wenn es ja schon einmal schön ist, müssen wir das doch nutzen, oder? Und wir wollten eh schon lange wieder einmal ein Abenteuer mit Gott erleben. So ist Stefan auf folgende Idee gekommen.

Es war etwas, das, wie der Aufbau der Kirche, so schon einmal gemacht worden ist. Wir schreiben das Jahr 0. Es war eine Nacht wie jede andere, die Sterne zahlreich und klar am Himmel, ein brennendes Feuer, in der Weite das Rauschen der Bäume und einige Hirten, die beisammen ums Feuer sitzen und einander Geschichten erzählen. Ihr wisst alle was wir meinen! Die erste Weihnachtsnacht! Die Hirten, die in der Nähe von Betlehem zu ihren Schafen geschaut haben, als plötzlich der Engel Gottes erschien und ihnen die frohe Botschaft verkündete. Und ihr erahnt nun wahrscheinlich, was wir uns gedacht haben. Weihnachtsnacht, kein Schnee, Vollmond, ca. 7° C? Richtig, wir, das heisst Stefan und ich, wollten wie damals die Hirten, draußen am Feuer sitzen, uns gegenseitig Geschichten erzählen und warten bis der Engel Gottes kommt und uns die frohe Botschaft verkündet.

Gut, also haben wir unsere Sachen gepackt. Zwei Militär-Schlafsäcke, zwei Luftmatratzen, je einen Pullover mehr und ein Feuerzeug. Mit dem Auto sind wir dann ein Stück auf den Hügel gefahren, irgendwo im Wald geparkt und von da ging’s dann zu Fuß weiter. Nun liefen wir also, gespannt was uns in dieser Nacht erwarten würde, durch den Wald in Richtung Oben. Als wir dann leicht keuchend an unserem ausgedachten Platz ankamen, kam mein erstes “Wow“ hervor. Vor uns lag ein wunderschöner Anblick. Wir waren auf einer kleinen Anhöhe über Wattwil (Toggenburg), über uns strahlte der Vollmond so, dass wir kein Licht mehr brauchten. Immer wieder verschwand er hinter kleineren weißen Wolken und kam plötzlich wieder strahlend hervor und zeigte, wie viel Licht auch er auf die Erde werfen kann. Weit hinten konnte man den Zürichsee erkennen, links erblickte man den so scheinbar nahen Speer (Berg), vor uns konnte man die ganze Wiese überblicken, auf der wir waren, welche von einem schwarzen Wald umzingelt wurde. Man hörte das leise Rauschen der Bäume, die sich im leichten Wind hin und her bewegten. Ansonsten einfach Stille. Gigantisch. Man kann dieser Anblick gar nicht so beschreiben wie er in Wirklichkeit war. Fantastisch. Wir machten uns dann an die Einrichtung unserer Bleibe für die Nacht, wir suchten Holz im Wald und machten erstmals ein Feuer, um welches wir dann die Matten hinlegten, und mit unseren noch zusammen gerollten Schlafsäcke je eine Sitzbank bildeten. So saßen wir dann da und erzählten uns Geschichten und studierten über das vergangene Jahr nach. Immer wieder warfen wir einen Blick auf diese so wunderschöne Umgebung. Es war wirklich sehr schön. Mit einem polnischen Bier (welches Stefan von seiner Reise durch Polen für den WJT in Krakau mitgebracht hatte – da kann man sich übrigens bereits anmelden) stießen wir dann auf Weihnachten und das vergangene Jahr an. Ich fand noch eine kleine Rakete, die am 1. August anscheinend nicht gebraucht wurde. So feierten wir unsere Weihnachten 2015 mit einem Bier, einem farbigen Feuerwerk und einer großartigen Aussicht. Später hielten wir dann mit einem Holzstecken zwei Landjäger über die glühende Kohle des Feuers und beendeten somit unser 1 Gang Menü. :-) Und als uns dann gegen 04:00 Uhr Morgens immer noch keine Engel erschienen, kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke, wechselten ein paar letzte Worte und schliefen ein. Am nächsten Morgen wachten wir fast ausgeschlafen auf, und erst da merkten wir, wie kalt es eigentlich war. Auf unseren Brillengläsern, die wir über Nacht nebenanlegten, bildete sich Eis und auch die nasse Erde vom Vorabend war nun ziemlich trocken, respektive eingefroren. Wir genossen noch ein letztes Mal diese wunderschöne Aussicht und machten uns dann auf den weg nach Hause.

Ein Abenteuer mit Gott ist einfach jedes Mal besser als man das erwartet. Wieder haben wir da eine Geschichte mehr, die wir eines Tages unseren Enkelkindern erzählen können. Was wir euch nun mitgeben möchten, habt keine Angst und wartet nicht darauf ein Abenteuer mit Gott zu wagen. Auch wenn euer Vorhaben vielleicht noch so schräg klingen mag, wenn ihr es mit Gott erlebt, wird es einfach wunderbar. So beenden wir mit einer Frage; Habt Ihr schon einmal bei Vollmond, mit eurem Schlafsack, draußen unter freiem Himmel die heilige Nacht verbracht? Nein? Wir haben es. :-)

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