Am Anfang war das Wort


Die Schönheit Gottes auf einer Toilette

12.02.2016 - Ich bin in der letzten Zeit mehr unterwegs als mir lieb ist. Ständig neue Termine, ständig auf der Achse… Es ist zeitweise sehr anstrengend – es ist aber auch sehr bereichernd! Ich darf Orte besuchen, die unglaublich schön sind. Ich darf mit Menschen Zeit verbringen, die die Schönheit Gottes förmlich ausstrahlen. Dies zu erleben ist immer wieder toll, erschütternd und unglaublich fordernd. So ein tolles Erlebnis hatte ich in Augsburg – auf einem Klo…

Naja, Klo ist hier nicht das richtige Wort – Toilette würde besser passen. Wie denn? Wie konnte ich die Schönheit Gottes auf einer Toilette erfahren? Ist es der passende Ort - ziemt es sich überhaupt, auf einer Toilette nach Gott zu suchen? Widerspricht das nicht seiner Herrlichkeit und Würde?
Diese Fragen sind für mich uninteressant – ich kann und will sie nicht beantworten. Ich weiß aber, was ich erfahren habe - auf einer Toilette in Augsburg

Ich war bei der MEHR-Konferenz mit meinen Brüdern und einer Freundin. An einem der Nachmittage ging ich mit der Freundin spazieren – wir wollten uns das Gebetshaus anschauen. Wir fanden das Haus ohne Probleme. Und als wir es betraten, blieb mir der Atem weg. Der Eingangsbereich war so unglaublich schön, modern und ansprechend gestaltet. Und die Leute dort waren so nett und einladend… Wir sind dann systematisch vorgegangen - zuerst haben wir uns das Erdgeschoß angeschaut. Eingangsbereich, ein kleines Café und ein Büro. Jedes Detail stimmig und liebevoll gestaltet. Danach ging es in das Obergeschoß. Wir haben uns den Gebetsraum angeschaut. Nicht nur das - wir haben dort auch gebetet und die Schönheit Gottes in unserem Leben gepriesen.

Danach ging es weiter – ich nützte die Gelegenheit und ging auf die Toilette. Als ich die Tür öffnete, stockte mir der Atem - ein so liebevoll gestaltetes Klo ist mir in meinem Leben noch nie untergekommen. Und als ich die Lampen gesehen habe, musste ich schnell hinaus, um der Freundin zu empfehlen, auch auf die Toilette zu gehen – nur um diese Lampen zu sehen. Ich war völlig baff.

So viel Schönheit an einem Ort, wo man es nicht vermuten würde. Und beim Gebetshaus weiß ich, dass es nicht nur um die Ästhetik selbst geht, sondern um Gott. Wenn Menschen die Schönheit und Herrlichkeit Gottes in ihrem Leben wahrnehmen und feiern, dann schlägt sich diese Schönheit in ihrem Leben auch nieder – und sei es „nur“ in der liebevollen Gestaltung einer Toilette. Wenn ich so ein Haus betrete, dann weiß ich, dass hier Gott frei wirken kann – weil alles seinem Wesen entspricht.

Für mich war diese Toilette ein Raum, an dem sich neue Horizonte eröffneten. Ich bin von dem ganzen Haus begeistert - mit so viel Liebe sollten unsere Kirchen gestaltet und gepflegt werden. Mit solcher Sorgfalt und Liebe sollten auch die Häuser und Wohnungen der Christen gestaltet sein. Was mich so getroffen hat, war, dass ich diese Schönheit Gottes an einem so trivialen Ort wie einer Toilette erfahren durfte.

Da habe ich zwei Dinge, die ich mitnehmen und mitgeben kann. Erstens ist es mir immer wichtiger, die Augen auf die Schönheit Gottes in dieser Welt offen zu halten. Das versuche ich jeden Tag - ich suche in den müden Gesichtern der Menschen Seine Schönheit - und ich finde sie! Zweitens versuche ich, Seiner Schönheit auch Raum in meinem Leben zu geben. Ich habe mein Zimmer neu eingerichtet – es ist jetzt echt schön - ja, wirklich! Vielleicht ist es auch etwas für dich? Ich habe es versucht und bereue es nicht. Ich habe Seine Schönheit auf einer Toilette in Augsburg erfahren und es hat mich verändert! Ist schon toll, welche Wege Gott einschlägt, um zu mir durchzudringen.

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