Am Anfang war das Wort


Männer sind kontemplative Wesen!?

04.03.2016 - Ich behaupte: Männer sind zutiefst kontemplative Wesen und sie können warten. Aber eins nach dem andern…

Ich habe den Eindruck, dass es ein weit verbreitetes Phänomen ist, dass Frauen ewig brauchen, um sich hübsch zu machen. So empfinden es zumindest die meisten Männer, die ich kenne. Ob es stimmt, weiß ich nicht – ich gehe ja nicht so oft aus… An einem schönen Sonntag habe ich mich mit einer guten Freundin getroffen. Ich war bei ihr zu Hause, wir haben uns gut unterhalten und dann kam die Zeit zum Aufbrechen. Wir haben nämlich ausgemacht, dass wir gemeinsam fein essen gehen. Was gehört alles dazu? Zwei Menschen, Transportmittel, reservierter Tisch und… feine Klamotten.

Ich bin zwar Franziskaner mit Leib und Seele, aber fein anziehen, das macht Spaß. So habe ich mich in Schale geschmissen und meine besten Kleidungsstücke angezogen. Die Freundin hatte mir schon angekündigt, dass sie sich noch umziehen muss. Und dann… habe ich gewartet… Ich glaube, dass sie länger als eine Stunde gebraucht hat und dann gingen wir einfach essen.

Es war ein schönes Essen und alles war einfach toll – Freunde zu treffen ist immer eine feine Sache. Aber dieses Warten davor… hat mich überhaupt nicht gestört! Warum?
Das Warten entspricht einfach dem Wesen des Mannes. Wie?
Die Bibel erzählt ja auf den ersten Seiten von der Erschaffung der Welt. Ich musste einmal staunen, als ich mir diese Erzählung genauer angeschaut habe. Ich habe gesehen, wo der Mann erschaffen wurde. In der Öde – im Nichts. Es gab da nichts, das ihm entsprach - keine Frau, kein Gegenüber. Was mich dabei erstaunte – und es war für den Mann ganz in Ordnung. Kurz gesagt, ein Mann braucht zum Leben nicht viel. Ich sage immer, dass einem Mann zum Leben drei Dinge ausreichen: ein trockener Platz zum Schlafen, Essen und eine Beschäftigung. Das alles gab es im Paradies. Somit glaube ich: Männer sind kontemplative Wesen! Wie denn? Männer? Genau! Wenn ein sportbegeisterter Mann (ich zähle nicht zu dieser Sorte) sich ein Fußballspiel anschaut, hat er Erfahrungen, als würde er eine tiefe Gemeinschaft mit einer Frau eingehen. Stimmt nicht? Naja, schau mal in eine Männerrunde, wenn sie einem Team zujubeln – für sie existiert nichts und niemand, solange das Spiel dauert…
Deswegen behaupte ich salopp, dass alle Männer ihrem Wesen nach kontemplativ sind. Das bedeutet, dass sie sich auf eine Sache festlegen können und dass sie nicht viel brauchen, um im Leben glücklich und zufrieden zu sein. Ja, ich weiß… Stimmt nicht immer. Aber hast du schon mal das Glück und die Hingabe eines Mannes gesehen, der sein geliebtes Auto am Samstag waschen darf?

So saß ich im Wohnzimmer und schaute mir die Bilder an, während die gute Freundin sich für den Abend hübsch machte. Und ich wartete. Ich bemerkte, dass mich das auch nicht interessiert, wieviel Zeit sie zum Umziehen braucht – die Perspektive des gemeinsamen Essens war Grund genug, um zu warten. Ich war zufrieden und kontemplativ… Ich ließ mich auf das Warten ein und schaute nicht auf meine Uhr. Ich überließ ihr diese Zeit und interessierte mich sehr für die Decke des Wohnzimmers…

Warum ich das alles erzähle? Dafür gibt es zwei Gründe.
Erstens möchte ich alle Männer ermutigen, dass - während sich eine Frau umzieht – sie der tiefen Sehnsucht nach Kontemplation nachgehen können. Anders gesagt: Männer, ihr könnt warten! Das hat Gott in uns eingeschrieben. Wie sonst könnte ich mich mit einem Bild und der Decke so lange Zeit begnügen…
Zweitens will ich alle Frauen ermutigen, dass sie sich beim Umziehen ruhig Zeit lassen können. Die Männer können das schon aushalten! Manche wissen das nicht, aber wenn man vor ihn ein Bier hinstellt und den Fernseher einschaltet, dann geht es auf jeden Fall. Naja, man kann auch einen Tee anbieten, aber…

Männer, wartet einmal bewusst auf eine Frau, ob eine Freundin oder die Freundin oder deine Ehefrau. Glaubt mir, ihr könnt es! Und ihr Frauen, gebt den Männern Zeit, damit sie ihrem kontemplativen Wesen nachgehen können! Nur Mut! Probiert es mal aus! :-)

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